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  israel heute - Forum  Sonstiges  Allgemeine Disk...  sollen christen juden bekehren?
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neuer Beitrag 05.10.2008 15:22
  susanna
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sollen christen juden bekehren? 

shalom liebe forumsteilnehmer

    da mir der dialog zwischen juden und christen sehr am herzen liegt, beschäftige ich mich natürlich auch oft damit. ich habe vor längerer zeit einen artikel gelesen der mich sehr angesprochen hat. ja ich habe mir lange überlegt, ob ich dies vielleicht hier im forum zum gespräch machen könnte. es hat mir längere zeit der mut dazu gefehlt. nun habe ich mich aber entschlossen, einige passagen aus diesem artikel hier aufzuschreiben.

es geht um dass thema der judenmission. ich finde ihn sehr gut geschrieben und auch ohne bitterkeit oder ähnliches. er wurde von einem juden verfasst.

 

" ICH BIN STOLZ; ICH ZU SEIN; UND ICH SEHE; DASS DU GENAUSO STOLZ BIST ; DU ZU SEIN".

 

ich bin immer darauf stolz gewesen jude zu sein. ich habe immer versucht die religionen anderer zu respektieren. diese grundüberzeugung isst der antrieb für meine antwort auf bemühungen von christen, juden zu bekehren. ebenso motiviert mich diese grundüberzeugung zu einer menge arbeit, die ich verucht habve wührend der letzten 11 jahre in meiner gemeinde zu tun.

entsprechend verletzt war ich, als die erklärung der "southern  baptists amerikanische freikirche, im juni 1999 zu verstärkten bemühungen aufrief, juden zum glauben an jesus zu bringen. im gegensatz dazu war ich sehr stolz , als ich vor einiger zeit einen leserbrief an die hartford zeitung schrieb, in dem ich meine unterstützung und meine wertschätzung für zwei prediger der southern bapstists zum ausdruck bringen konnte, die sich öffentlich von der bemühung ihrer bewegung distanzierten, juden missionieren zu wollen.

viele christliche gelehrte haben dazu in ähnlicher weise stellung genommen.

unglücklicherweise-so sehe ich es- spreichen fundamentalistische christen noch immer, von ihrem unabrückbaren ziel, dem "Missionsauftrag" im 28ten kapitel des matthäusevangl. und andren stellen im NT zufolge, die worte jesus allen völkern zu bringen. mein freund prof. a.j. levine geht davon aus, dass das griechische wort, das für den terminus "VÖLKER" im 28. kapitel des matth. steht, die gleiche bedeutung hat wie das hebräische wort"gojim", das alle völker meint, außer das volk israel. ich empfehle diese auslegung den evangelikalen und hofe, dass sie ihren weg finden, damit klarzukommen.

ich bin von verschiedenen leuten gefragt worden, warum mich die kampangne der juden für jesus so mitnehmen würde. warum fühlen sie sich veranlasst, so energisch darauf zu erwidern.???

lektion der geschichte: meine antwort ist, ich habe die lektion, die uns die geschichte erteilt hat gelernt. ichglaube, dass die kampangne juden zu jesus zu bringen manchmal von liebe motiviert ist. aber ich sage gleichermaßen eindeutig, dass es sich um eisne fehlform der liebe handelt. ich sage das, denn man kann sich die geschichte anschauen und die resultate sehen, unvermeidliche resultate dieser liebe, wie sie sich in der geschichte niedergeschlagen haben . in einem land nach dem anderen haben christen ihre besorgnis um unsere erlösung zum ausdruck gebracht und uns dazu eingeladen, jesus anzunehmen. immer und immer wieder wenn wird diese einladung zurückgewiesen haben, hat sich diese liebe in bosheit und hass verwandelt oft war vertreibung und tod die folge.

wenn ein jude jesus als seisnen messias annimmt, dann erfüllt er keine biblische prophezeiung. wenn ein jude jesus als messias akzeptiert, dann wird er christ und verläßt damit die jüdische religiöse gemeinschaft.  man kann nicht beides gleichzeitig sein jude und christ. das ist so seit mehr als 1800 jahren als sich unsere religionen gespalten haben und ihre getrennten wege gingen. dabei bleibt es auch heute. wenn jemand christ werden möchte, so wünsche ich ihm , dass dieser weg ihm spirituelle erfüllung brisngen möge. aber er kann nicht gleichzeitig jude sein. wenn also die kampangne juden zu jeus zu bringen ihr erklärtes ziel erreichen würde und jeder jude christ werden würde, dann wäre das endergebnis als hätte hitler den krieg gewonnen. es gäbe keine juden mehr. das ist kurz gesagt der grund, warum diese bekehrungsfeldzüge mir solche sorge bereiten.

vor viertausend jahren verließ abraham die heidnische welt mit seiner frau sara um von einiem einzigen  fürsorglichen g´tt zu lehren, der möchte, dass wir menschen unsere begabungen dazu verwenden, eine gereichte fürsorgliche welt zu schaffen. christen nennendas rechtfertigung durch werke, und sie haben damit 100% recht. genau das ist es, und das ist einer grundlegenen unterschiede zwischen judentum und christentum. wir rechtfertigen uns nicht druchdas, was wir glauben, sondern durch das, was wir tun. ich verstehe und respektiere völlig, dass christen das anders sehen, aber ich weiß wieviel gutes in die wlt gekommen ist, weil wir juden darauf bestanden haben unserem einmaligen und besonderen weg mit g´tt zu folgen.

meine hoffnung ist die, dass wir in gegenseitigem respekt und frieden leben können. gegenseitiger respekt schließt es aus, die integrität unserer religion wie sie ist, herabzusetzen. wenn jesus erfüllung, befriedigung und bedeutung in das leben von christenbringt, dann bin ich froh für sie.

aber jesus spielt keine rolle wie auch immer diese geartet sein mag im religiösen denken von juden . wenn ich höre wie christen darauf bestehen, dass ihre tradition von ihnen fordert, juden gegenüber zeugnis abzulegen über ihre liebe zu den juden, dann denke ich immer an´ die geschichte des chassidischen schülers, der zu seinem rebbenkam und ausrief: meiste ich liebe dich, und der rebbe antwortete ihm: weißt du was mich verletzt? nein rebbe, wie kann ich wissen was dich verletzt. der rebbe antwortet, wenn du nicht weißt was mich verletzt, dann kannst du mich auch nicht lieben.

für mich ist das grundlegende du kannst mich nícht lieben, dukannst nicht wahrhaftig mein freund sein , wenn du nicht anerkennst, was mich tief verletzt und davon abläßt mir diesen schmerz zuzufügen.

 liebe forumsteilnehmer normal ist es nicht meine art ellenlange beiträge zu schreiben, aber vielleicht ist doch das ein oder andere überlegenswert.

liebe grüße susanna

 
neuer Beitrag 05.10.2008 19:43
  anonymous
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Re: sollen christen juden bekehren? 
bearbeitet durch anonymous  am 11.11.2009 13:54:42)

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neuer Beitrag 05.10.2008 21:41
  Margot
112 Beiträge
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Re: sollen christen juden bekehren? 

Sollen Christen Juden bekehren? Nein!

Gott ist doch nicht so kleinlich und sieht darauf, welchen Glauben ein Mensch hat. Er sieht darauf, ob ein Mensch ein ehrliches, wohlgefälliges Leben führt. Darauf kommt es ihm an und danach wird er einmal richten, und zwar alle Menschen, auch diejenigen, die noch heute tief im Urwald nach ihren vererbten Regeln leben. Daran glaube ich.

Margot

 
neuer Beitrag 05.10.2008 22:01
  anonymous
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Re: sollen christen juden bekehren? 
bearbeitet durch anonymous  am 11.11.2009 13:55:08)

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neuer Beitrag 05.10.2008 23:15
  rh
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Re: sollen christen juden bekehren? 

 susanna schrieb

shalom liebe forumsteilnehmer

...
es geht um dass thema der judenmission. ich finde ihn sehr gut geschrieben und auch ohne bitterkeit oder ähnliches. er wurde von einem juden verfasst.

 " ICH BIN STOLZ; ICH ZU SEIN; UND ICH SEHE; DASS DU GENAUSO STOLZ BIST ; DU ZU SEIN".

 ich bin immer darauf stolz gewesen jude zu sein. ich habe immer versucht die religionen anderer zu respektieren. ...

Von wem habe ich, haben wir unser 'Christsein'? Freund oder Feind?

Darf ich mit meinem Freund nicht über Herzenssachen reden, besonders wenn es das für mich Wesentliche ist, was ich von ihm erhalten habe? (Und ggf. umgekehrt von ihm zu mir, was ihn verletzt?) Sollte so etwas in wahrer Freundschaft nicht möglich sein ohne dass sie zerbricht?

Gruß! rh

 
neuer Beitrag 05.10.2008 23:34
  rh
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Re: sollen christen juden bekehren? 

 Margot schrieb

Sollen Christen Juden bekehren? Nein!

Gott ist doch nicht so kleinlich und sieht darauf, welchen Glauben ein Mensch hat. Er sieht darauf, ob ein Mensch ein ehrliches, wohlgefälliges Leben führt. Darauf kommt es ihm an und danach wird er einmal richten, und zwar alle Menschen, auch diejenigen, die noch heute tief im Urwald nach ihren vererbten Regeln leben. Daran glaube ich.

Margot

... Daran glaube ich. ...

Was ist Glaube? Jemand hat Watchman Nee zitiert: " Glaube ist meine Zustimmung zu dem, was bei GOTT wahr ist".

Um GOTTES Wahrheit zu erfahren ist es so wichtig, die Bibel regelmäßig demütig mit hörendem Herzen zu lesen (und nicht, sie "auseinanderzunehmen", wie es mir an anderer Stelle manchmal der Fall zu sein scheint).

Und was du vom Richten GOTTES über wohlgefälliges Leben usw. schreibst: Da haben mir in einem Seminar die in der Bibel ausführlich beschriebenen vier Gerichte GOTTES (Weltgericht auf Golgatha / GOTTES Abrechnung über unsere Haushalterschaft / Das Völkergericht / Das letzte (oder jüngste) Gericht im Zusammenhang mit dem Ende der Schöpfung) viel Klarheit gegeben. GOTTES Gerechtigkeit ist wahrlich nicht so ungerecht an Äußerlichkeiten klebend bzw. kleinlich wie unsere (manchmal oder oft?)

Gruß! rh

 
neuer Beitrag 06.10.2008 08:05
  anonymous
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Re: sollen christen juden bekehren? 
bearbeitet durch anonymous  am 11.11.2009 13:55:34)

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neuer Beitrag 06.10.2008 08:06
  susanna
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Re: sollen christen juden bekehren? 

SHALOM  hallo davide und hallo die anderen forumteilnehmer,

was mich eigentlich immer überzeugt hat juden nicht zu missionieren ist, das g´tt sich schon lange vorher dem jüdischen volk offenbart hat, g´tt hatte immer kontakt zu seinem volk , er übergab mose am sinai die torah. also kann ich wohl verstehen wenn man sagt, uns nun brauchen wir einen mittler um zu gott zu kommen.

natürlich sehe auch ich einen ganz klaren missionsauftrag, was menschen angeht die g´tt fern sind, also wie man so schön sagt, heiden oder auch atheisten, aber für mich gibt es keinen missionsauftrag, was das jüdische volk betrifft, meine persönliche erfahrung ist auch, das ganz viel juden sehr wohl das NT kennen.

ich denke auch unter freunden kann man sehr wohl  über herzensangelegenheiten sprechen und auch über seinen glauben, ich kann auch mit meinen jüdischen freunden über meinen christlichen glauben sprechen, aber eben so , dass ich nicht darüber urteile und auch ihnen nicht zu verstehen gebe , wenn du jüdisch lebst, dann bist du auf dem falschen weg.

ich würde mich auch verletzt fühlen, wenn ein moslem ir sagen würde, du glaubst nicht an mohamed, ja dann bist du ja eine ungläubige . freundschaft bedeutet für mich, dass ich weiß was den anderen verletzt .

liebe grüße susanna

 
neuer Beitrag 06.10.2008 12:47
  anonymous
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Re: sollen christen juden bekehren? 
bearbeitet durch anonymous  am 11.11.2009 13:56:04)

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neuer Beitrag 06.10.2008 18:15
  Wolfgang
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Re: sollen christen juden bekehren? 
bearbeitet durch Wolfgang  am 07.10.2008 00:02:06)

Hallo Susanna

Ich versuche mal dir so das zu schildern wie sich das mir darstellt.

 susanna schrieb

sollen christen juden bekehren?

Eine solche Frage würde ich überhaupt erst mal umdrehen in "können die Christen überhaupt die Juden bekehren?". Erst wenn man diese Frage mit einem Ja beantwortet hat, erst dann kann man überhaupt über das sollen nachdenken.

Wenn wir aber die Bibel lesen mit "nicht antisemitischen Augen", dann finden wir solche Stellen wie Römer 11

 Römer 11.7

Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangte es nicht; die Auserwählten aber erlangten es. Die andern sind verstockt

Dieser Satz von Paulus hat viel Unheil angerichtet in der Geschichte und selbst Luther hetzte gegen die verstockten Juden. Dabei besagt er eigentlich gar nichts anderes als dass es zur Zeit keine Möglichkeit gibt, dass ein Jude/eine Jüdin Christ wird. Ob und welche Emotionen ich dabei habe ist irrelevant. Den Juden ist der Weg zu Christus versperrt.

Warum ist der Weg versperrt? Etwa später lesen wir

 Römer 11

Sondern aus ihrem Fall ist den Gojim das Heil widerfahren, auf daß sie denen nacheifern sollten

Aha - die Juden sind also ausgegrenzt, damit nun der Weg frei ist für die Gojim.

Und wie lange soll das dauern?

 Römer 11
Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren, so lange, bis die Fülle der Gojim eingegangen sei

Also diese Verstockung gilt offenbar so lange, bis die Fülle der Gojim - wer das auch immer ist - "eingegangen sei" (was das auch immer bedeuten mag).

Also die zentrale Frage ist damit schon mal beantwortet. Biblisch geht es gar nicht. - Neutestamentlich genau gesagt.

 susanna schrieb
mein freund prof. a.j. levine geht davon aus, dass das griechische wort, das für den terminus "VÖLKER" im 28. kapitel des matth. steht, die gleiche bedeutung hat wie das hebräische wort"gojim", das alle völker meint, außer das volk israel. ich empfehle diese auslegung den evangelikalen und hofe, dass sie ihren weg finden, damit klarzukommen.

Das ist so gesehen nicht ganz richtig. Der Auftrag war gerichtet an die Apostel aber das waren Juden. Und in den ersten Jahren haben diese ausschließlich unter den Juden missioniert und zwar erfolgreich. Es hat lange gedauert bis auch unter den gojim missioniert wurde und hier war es Paulus, der diesen Auftrag ausführte. Also zu den "alle Völker" gehört auch Israel.

 susanna schrieb
entsprechend verletzt war ich, als die erklärung der "southern  baptists amerikanische freikirche, im juni 1999 zu verstärkten bemühungen aufrief, juden zum glauben an jesus zu bringen.

Es ist leider so, dass diese Erkenntnis von der ich geschrieben habe, ein wenig "unter die Räder gekommen ist". Der Grund ist meiner Auffassung noch eine Folge der Gründung des Staates Israel (siehe im weiteren verlauf).

Natürlich gab es durch die Jahrhunderte auch immer wieder einzelne Juden, die sich für den christlichen Glauben interessierten, die konvertierten und somit aus der Gruppe der Juden ausschieden. In der Diaspora war dies in vielen Fällen eine Trennung von der Familie. Auch diese wenigen Personen aus der Gruppe der Juden sind verheißen, weil zum christlichen Glauben gesagt ist - aus jeder Zunge und jeder Nation - und da sind eben die Juden bei. Du hast also im Einzelfall Bekehrungen bei Einzelpersonen aber ansonsten eben waren die Juden reserviert gegenüber dem Christentum.

Bei der Staatsgründung Israels war dies für kurze Zeit anders. Auch hier ist der Grund relativ einfach zu sehen. Israel brauchte auch als Volk einen christlichen Anbruch. Auch der war neutestamentlich verheißen. In der Gründerzeit gab es daher unter den Juden auch eine größere Erweckungsbewegung. Rabbiner haben sich dem Christentum zugewandt und mit Ihnen ganze Gemeinden und mit diesen war der Grundstock gelegt der heutigen messianischen Gemeinden.

 susanna schrieb

im gegensatz dazu war ich sehr stolz , als ich vor einiger zeit einen leserbrief an die hartford zeitung schrieb, in dem ich meine unterstützung und meine wertschätzung für zwei prediger der southern bapstists zum ausdruck bringen konnte, die sich öffentlich von der bemühung ihrer bewegung distanzierten, juden missionieren zu wollen.

Es waren vorwiegend amerikansiche Gemeinden die zu dieser Zeit aktiv unter Juden tätig waren. Es gab wohl Kontakte über die Gruppierungen der sogenannten zionistischen Christen (Wiki-Christlicher Zionismus dabei muss man beachten, dass die Wikipedia recht schnell was reinmischt, was nicht zionistisch war).

Die zionistischen Christen waren diejenigen, die vor der Staatgründung sich verbindlich mit allen Konseqeunzen vor resp. hinter die Juden stellten und ihren Wunsch nach dem Staat Israel. Diese Unterstützung beinhaltete sowohl eine materielle wie auch eine politische. Im zweiten Weltkrieg wurde der Wunsch der Juden in den USA genehmigt, dass diese einen rein jüdischen Kampfverband gründen konnten und das war eure Spätere erste Armee. Die größten Gruppen gab es in den USA - hier entstanden dann auch die Missionsbewegungen - und dann in England (missionarisch weniger aktiv). Dabei muss man beachten, dass in der Zusammenarbeit von Juden und Christen unter dem Stichwort Zionismus nie die Mission im Vordergrund stand. Ziel war immer Israel.

Demgegenüber gibt es sehr viel mehr "nichtzionistische Christen", die zwar das Recht Israels keinesfalls in Frage stellten - im Gegenteil es wird befürwortet, die sich aber durchaus die Kritik an der einen oder anderen zionistischen Position erlauben.

Aus den Kontakten zu den zionistischen Christen heraus und aus privaten Gesprächen hat der eine oder andere Rabbi eben bezüglich des Glaubens nachgefragt und ist dann in den Christlichen Glauben hineinn geführt worden. Das tat dem Zionismus keinen Abbruch. Auch Jahrzehnte später noch arbeiteten Juden, messianische Juden und Zionsten zusammen an der "zionistischen Idee", ohne dass nun der eine oder andere eine Notwendigkeit sah der Mission oder der Rückbekehrung. Im privaten Umfeld der Rabbis oder der messianischen Juden sah das teilweise anders aus. Damit waren die Positionen der messianischen Juden in der Erweckungsbewegung recht ambivalent. Auf der einen Seite kämpfte man um den Staat und für den Zionismus, auf der anderen Seite wechselte man ggf. den Glauben und irritierte seine jüdischen Brüder, bzw. zog tiefe Gräben zu diesen.

 susanna schrieb

viele christliche gelehrte haben dazu in ähnlicher weise stellung genommen.

Nicht viele und das werden auch nicht viele tun und zwar aus unterschiedlichen Gründen.

 susanna schrieb

"Missionsauftrag" im 28ten kapitel des matthäusevangl

Dieser Missionsauftrag gilt nach wie vor für alle christen also auch für die zionistischen Christen. Er war nie außer Kraft. Nur: Neben diesem Auftrag steht eben auch geschrieben, dass es unter den Juden jetzt nicht geht. Das bedeutet: Aufrag ja aber jetzt noch nicht bzw. nur wenn sich der Jude ernsthaft interessiert. Dabei ist *ernsthaft* wichtig. Also du brauchst mir nicht den Gefallen zu tun, dich dafür zu interessieren. Ich bekomme keine zusätzlichen Himmelspunkte oder sowas für dich.

Also: Die christliche Lehre nicht zu den Juden zu bringen, sie jedenfalls nicht aufzudrängen - diese Lehre ist und war durchaus recht verbreitet bei den Christen.

Mit der Erweckungsbewegung während der Staatsgründung entstand nun bei einigen Christen der Eindruck, dass die Zeit für Israel gekommen sei. Es wurden Missionen gegründet und mit einem unglaublichen Enthusiasmus warf man sich auf die Israelmission. Geld spielte keine Rolle mehr, persönlicher Aufwand auch nicht, Hauptsache man wäre dabei gewesen, wenn dem Volk Gottes die Augen aufgingen. Man könnte diese Welle nennen "Missionssucht". Und diese Welle wuchs an weit über die Erweckungsbewegung in Israel selbst. Es gab in den 80er und 90er Jahren kaum eine Mission, die nicht wenigstens irgendwo in Israel einen kleinen Standort hatte.

Und Israel selbst war im Aufbau, Israel benötigte vielleicht sogar die Hilfe der Missionare, aber die meisten Juden waren dann vom christlichen Glauben irritiert und auch von der Einstellung mancher Missionen "Brot gegen Glauben". Ein Jude käme gar nicht auf die Idee das zu erfragen und ein Christ sollte es auch nicht. Aber auch solche Dinge sind geschehen. Auf die besagte Sucht folgte die Ernüchterung und manche Christen sind noch nicht ganz aus den Ausnüchertungszellen raus.

Und in diese Zeit hinein kommt die Antwort der Juden und die war ein wenig "unter der Gürtellinie". So wurde zum Beispiel die christliche Mission unter Juden in Zusammenhang gebracht mit den Morden im 3. Reich. Man sah in dieser Mission eine Fortsetzung der Vernichtungstätigkeit Hitlers. So jedenfalls wurde es an unterschiedlichen Stellen formuliert. Damit ist die Missionsfrage in vielen Christlichen Gemeinden undiskutierbar geworden. Es ist ein über 2.000 Jahre geltender Auftrag an die Christen und jeder Jude, der nach dem Gesetz lebt, der müsste eigentlich Verständnis haben für eine solche Anweisung.

Aber der gleiche Rabbi, der aus den Aussagen des Mose eine gesetzliche Regelung ableitet für das Leben des Juden, der leitet aus einer Anweisung des Christus eine Vernichtungslehre der Juden ab. Sorry aber so lange diese Argumentation auf dem Tisch bleibt, so lange wird das Problem niemand anfassen und irgendwie diskutieren wollen. Das ist eine Diskussion "unterhalb von geschmacklos".

So und an der Stelle ungefähr sind wir. Ein Verzicht auf Mission wäre gleichzusetzen, dass ich einen Juden/ein Jüdin, der/die interessiert ist, wieder wegschicken würde und dazu erklärt sich keiner bereit. Wozu man sich bereit erklären kann und auch sollte, dass ist der Verzicht auf das Verteilen von Traktaten bewußt unter Juden - also aufdringliche Mission. Aber ein Zurückschicken und sagen "das ist nichts für dich" das ist nicht drin. Das aber ist der Kern der Forderung.

Herzliche Grüße
wolfgang

 
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