English (United States)  Deutsch (Deutschland)
Registrieren  |  anmelden
 Forum minimieren

 
  israel heute - Forum  Jude-Glaube-Chr...  Fragen - Antwor...  Matthäus 5, 38 - 39
vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
neuer Beitrag 04.10.2009 18:28
  Thomas
40 Beiträge
keine Bewertung


Matthäus 5, 38 - 39 


>>Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.<<

Die traditionelle Auslegung dieses Bibeltextes besagt, dass Jesus damit die "alttestamentliche Rache" abgeschafft hätte.

Aber das Problem ist, dass die persönliche Rache bereits im Alten Testament verboten war. (3. Mose 19, 18; 2. Mose 23, 4 - 5; Sprüche 25, 21 - 22).

Darum muss diese traditionelle Auslegung der Bergpredigt falsch sein!

Wir brauchen unbedingt eine neue Interpretation des oben angegebenen Textes, die in den Kontext der Bibel passt! Wichtig ist, dass sich auch Theologen an der Diskussion beteiligen, und dass die verbesserte Auslegung künftig auch von den Kanzeln verkündigt wird.

Was könnte Jesus in den oben zitierten Versen gemeint haben?

 

 
neuer Beitrag 05.10.2009 09:49
  anonymous
0 Beiträge
keine Bewertung


Re: Matthäus 5, 38 - 39 

Ja das ist völlig falsch denn bei dem Tora Abschnitt geht es um Schadensersatzzahlungen um Geld.Also zeigt es nur das der Nt Schreiber keine Kenntnis von Tora und Judentum gehabt hat,oder so interpretiert wie er es für sich gebrauchen konnte.Was aber nicht rein gar nichts mit dem Judentum zu tun hat,vielleicht war es ein Mönch der es schrieb und vorher keine Berührung mit Juden hatte.

Susi

 
neuer Beitrag 05.10.2009 10:40
  anonymous
0 Beiträge
keine Bewertung


Re: Matthäus 5, 38 - 39 

Noch mal zu dem Thema hab ich mal geschrieb.

Auge um Auge

Selten gab es eine Stelle in der Tanach, die so sehr  mißverstanden wurde.
In dieser Stelle wurde festgelegt, dass Gefährdungen des Lebens und Körperverletzungen mit Strafen belegt werden müssen, die die Schwere des Verbrechens widerspiegeln.

Bibelgegner nahmen diese Tanachstelle oftmals, um zu beweisen, was für ein primitives Wesen in der Thora hervorgehoben wird.

Diese Stelle wird auch oft als Beispiel genommen, dass der Gott der Tanach der brutale Rachegott ist und der Christliche Gott der Gute und Liebe.
So als würde es zwei verschiedene Götter geben- einen Jüdischen und einen Christlichen.
Aber all diese Aussagen sagen grade sehr viel über die Kritiker selbst aus.

Das Talion wurde ursprünglich überhaupt nicht zu diesem Zweck geschrieben.
In Wirklichkeit wird kein einziger Fall einer körperlichen Talion in der Tanach berichtet. Ganz am Anfang, wenn man sich die orientalischen Kodizes ansieht, weisen sie ja oftmals auch Ähnlichkeiten zur Thora auf.
Der Staat sah es als seine Aufgabe an, nur die Taten zu bestrafen, die von öffentlichem Interesse waren.
Private Angelegenheiten blieben da ausgespart.

Da gab es dann eine Weiterentwicklung durch die Thora, und dieser öffentliche Bereich wurde erweitert.
Der Staat selber wurde berechtigt, Vergeltung zu üben, und dieses Recht sieht man im Talionsprinzip.
Aber gleich wurde dieses verwandelt in Ersatzleistungen, die am Ausmaß der Verletzung gemessen wurden.

Der Wert des Auges für den Verlust eines Auges, der Wert des Gliedes für den Verlust eines Gliedes, es gab davon nur eine einzige Ausnahme, und zwar der beabsichtigte Mord. Dieser konnte nicht mit Geld entschädigt werden, und der Täter mußte Leben um Leben geben.
wie geschrieben steht mot jumat (Ex21,12; Lev24,17) "Er soll in jedem Fall getötet werden."
Aber selbst da noch wie Num.35 gab es milderne Gesetzte über Asyl.
Und heute hat man in sehr viele Ländern und auch in Israel die Todesstrafe abgeschafft, obwohl sie in den Augen der Thora nicht verwerflich wäre, sondern ausdrücklich wie hier gewünscht wird.

Vor allem im Kontext zu heidnischen Völkern, die oftmals sehr viel härter waren, ist die Thora etwas Herausragendes, und das jüdische Licht auch hierin, und  sie trug wesentlich zur Verbesserung auch der heidnischen Rechtssprechung bei.
Die Thora hat stets Respekt für die Würde des Menschen und das Leben zu schützen und das Leben als wertvoll erachtet und will auch die Heidenvölker weiterentwickeln in Ethik und Moral.
So entwickelte die Thora und erweiterte sie das Strafrecht weiter.
Die Thora wollte die private Rache begrenzen, die Familien- und Stammesfehden.
Und noch ein Punkt der Thora ist wichtig: Die Gleichbehandlung aller Menschen. Es spielte keine Rolle, ob ein Reicher oder Armer, eine Frau oder ein Mann betroffen waren, und selbst Tiere konnten auch bestraft werden.
Also man sah die Tat, und der Person gegenüber war man unparteiisch, ohne Ansehen der Person wurde gerichtet in Gerechtigkeit.
Wie sehr unterscheidet sich da doch unsere Justiz, die da den Menschen gegenüber ungerecht ist.

Also kann man es zusammengesehen betrachten, dass es der Thora nicht um unmittelbare Vergeltung geht, wie immer dargestellt wird, sondern ihr geht es darum, eine finanzielle Ersatzleistung zu haben- als einzige Ausnahme der bewußte Mord, für den das Leben gefordert wird, und das hat Geltung nicht nur für Juden sondern durch die Noah Gebote als Ewiges Gebot auch aller Heiden.

Die Thora begründet sich auf das Gesetz der Menschlichen Gleichheit und vermeidet die Bestimmungen über körperliche Verstümmelungen.
Durch Mißverständnisse und auch Hass auf Juden wurde doch sehr viele verdreht, um es den Selbigen anzulasten und Jahwe so darzustellen im Christlichen, als sei Er jemand Anderes, der sich "von einem früheren Rachegott" unterscheiden würde.

Also: Er ist immer der Eine und der Selbe und ändert sich nicht. Eigentlich bedeutet es, wenn Christen die Thora verwerfen als etwas ohne Gültigkeit, ein Gutes wegzuwerfen, um mit dem wesentlich schlechter gestalteten heidnischen Gesetzen, die diese Würde und den Schutz des Lebens mindern, vorlieb zu nehmen. Also das heißt in dem Fall: Wir sind nicht "frei vom Gesetz", sondern entschlossen, ein Schlechteres- das der Heiden- zu nehmen

dies find,sich auch noch im Mess,Forum und paar andere Texte zu Tora

lg Susi

 
neuer Beitrag 14.10.2009 21:59
  A.L.
261 Beiträge
9.


Re: Matthäus 5, 38 - 39 

Warum man noch die andere Seite mit dazuhalten soll: damit das Doppelt zurückgezahlt wird.

In der heutigen Zeit versteht sich das so: Hamas schießt eine Kassam; Israel erwidert das Feuer nicht, und gibt der Hamas damit eine letzte Möglichkeit der Entscheidung, die Antwort genau zu überlegen. Hamas wundert sich warum Israel nicht von seinem Vergeltungsrecht gebrauch macht und die Stellung angreift. Sie warten! Die nächste Kassam wird abgeschossen, und sofort beantwortet mit der Zerstörung des Lager.

Warum also warten: um Jedem die Wahl zu lassen, denn wer wieder zuschlägt, muß mit einer schlagkräftigen Antwort leben. Gott hat das letzte Wort: Ich will Gnade vor Recht ergehen lassen. Wer sich der Schuld bewußt wird, und nicht wieder tut, dem kann vergeben werden; wer aber nicht aus Fehlern gelernt hat, wird Gottes Hand, mit voller Kraft, zu spüren bekommen.

 
vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
  israel heute - Forum  Jude-Glaube-Chr...  Fragen - Antwor...  Matthäus 5, 38 - 39

 Modulinhalt drucken   
 Wichtig minimieren

Wir betonen hiermit in aller Deutlichkeit, dass die Meinungsäußerungen der Benutzer des Forums nicht notwendigerweise die von israel heute darstellen. Benutzer tragen die alleinige Verantwortung für ihre Einträge und erklären sich mit der Teilnahme am Forum damit auch einverstanden. Desweiteren distanzieren wir uns von den Inhalten jeglicher Webseiten, auf die in unserem Forum hingewiesen wird oder die verlinkt werden.


 Modulinhalt drucken   
Copyright israel heute Magazin. Alle Rechte vorbehalten. Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung der nai-israel heute Redaktion
Home  |  Abonnement  |  Kontakt  |  FAQ  |  Registrieren  |  anmelden
ENGLISH EDITION: www.israeltoday.co.il