Am Tag vor dem christlichen Osterfest besuchte ich mit meiner Frau die deutsche Stadt Rottenburg ob der Tauber.
Nachdem wir durch das Stadttor geschlendert waren und einen Kaffee getrunken hatten, sahen wir uns in eine alten Eckhaus
mit Teppich- und Herrenmode-Laden das Schaufenster und die Bekanntmachungen an.
Da kam aus einem Geschäft ein Herr heraus und fragte uns sehr freundlich, was uns interessiert.
Als er merkte, dass wir auch für geistliche und historische Themen zu begeistern waren,
führte er uns in die Gewölbe des "Teppichladens" seines Vaters.
Es stellte sich heraus, dass hier die Wirkungsstätte von RABBI Meir Ben Baruch gewesen ist.
Wir sahen die alte Synagoge und die Lehrzimmer der Universität dieses wunderbaren jüdischen Gelehrten.
Wir erlebten auch seinen tragischen Versuch mit, nach Zeiten der Sympathie und Förderung durch die Stauffer-Herrscher
nach ERETZ ISRAEL auszuwandern. Er kam mit seiner gesamten Familie jedoch nur nach Italien und wurde dort interniert.
Er kam ,nachdem er dort noch etliche Jahre im Gefängnis seine Fragenbeantwortungen schreiben konnte,
bei einem Brand ums Leben.
Ähnlich wie in YAD VASHEM wurde mir von dem Leid ganz schwach- meine Frau konnte es auch nicht ertragen.
Dann fand ich einen Weg, mein (Mit) Leid und meine Trauer auszudrücken:
An der Wand des Gewölbes, das von der Synagoge (incl. Tauchbecken) hing ein Gebet.
Ich rezitierte es laut.
Etwas später, nachdem wir ein kurzes Gespräch mit dem Restaurator und heutigen Besitzer des Hauses führen durften,
hatte ich Gelegenheit in der Stille zu beten.
Da kam auf einmal so etwas wie eine helle goldene Flamme auf mich und "verbrannte" etwas in meinem rechten Auge.
Ich kann es nur so ausdrücken, wie ich es erlebt habe.
Ich glaube, es war die Shekinah Ha Kodesh,
die mir erschienen ist.
Das hat mich getröstet und die bitteren Tränen getrocknet,
die auf meiner Seele darauf warteten, geweint zu werden.
Ich weiss nicht, wie Ihr das erlebt, wenn Ihr die über die Generationen an Juden verübten Greueltaten ermesst,
bisher kam da bei mir meist Ohnmacht und sprachlose Entmutigung über die Schlechtigkeit der Menschen
gegen G´TTes Volk heraus.
Diesmal war es anders.
Ich erkannte zweierlei:
1. Die Thoraauslegungen des RABBI Ben Baruch stellen auch heute noch für alle Juden eine Quelle der Inspiration dar.
2. Das ist durch keine Brandscheite und keinen Scheiterhaufen auszulöschen gewesen. Wenn jedoch das Feuer schon gebrannt hat an G´TTes Volk (den Juden) , wie heiss wird das Feuer bei denen sein, die solche Greuel verübt haben und es auch heute wieder tun??!
(Oder, wie es JESHUA sagte: Wenn sie das tun am grünen Holz, wie wird es sein beim dürren?)
Ich glaube, wir brauchen heute solch eine tiefe, heisse Läuterung unserer Sinne und unseres Geistes-
etwa so wie Gold siebenfach geläutert wird (Sendschreiben an die Laodicäer),
damit wir vor G´TT (be)stehen dürfen.