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| Gedanken zum Wochenlesungen |
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Paraschat Bamidbar
In Paraschat Bamidbar beschreibt die Tora die Wanderungen der Kinder Israels in der Wüste. Die Juden wanderten nicht ununterbrochen, der liebe G´tt gewährte ihnen auch viele Ruhepausen.
Die Formation bei diesen Raststätten wird in der Tora genau beschrieben, und zwar als ein Quadrat, in dem sich die Stämme nach einer bestimmten Ordnung um das Stiftzelt gruppierten. Die Reiseformation wird in der Tora eigentlich in zwei unterschiedlichen Versen beschrieben: An einer Stelle heisst es: „... wie sie lagern, so ziehen sie; jeder an seiner Stelle nach ihren Fahnen.“ Das heisst, dass sie in einem genauso grossen Quadrat wanderten wie sie lagerten.
Aus einer anderen Stelle liesse sich herauslesen, dass sich die Stämme bei der Wanderung hintereinander positionierten, weil es dort heisst, dass ein Stamm der „Nachzügler“ war.
Wir wollen eine chassidische Erklärung geben, die auch heute für uns aktuell ist:
„So wie sie ruhten, so zogen sie weiter“, Ein Rabbiner bezieht das „Wandern“ als Tätigkeit der Juden währen der Wochentage und das Ruhen auf den Schabbat. Er meint damit, wenn ein Jude am Schabbat sich nicht nur ausruht sondern sich auch mit geistigen Dingen beschäftigt, dann wird er auch in der Woche darauf - auch wenn sie mit viel Arbeit erfüllt ist - nicht nur von der Arbeit überlastet sein sondern auch Sinn finden. Wenn er umgekehrt während der Woche sich so stark anstrengt, dass er am Schabbat nur ruhen und schlafen kann und keine Zeit und Kraft für Beten und Lernen hat, dann wird auch die kommende Woche sinnentleert sein, „So wie wir rasten, so ziehen wir...“
Schabbat Schalom
LG
Halevi |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Schgoiech,vielen Dank, Jossi.
Habs mir kopiert und werd das heute am Shabbestisch weitergeben...
en giten Shabbes...
Taniri |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Schalom Tanir
Ich wünsche dir auch einen gut schabbes.
Halevi |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Paraschat Nasso - Schawuot
Dreimal im Laufe von sieben Wochen erschien der Ewige dem jüdischen Volk in sehr eindrucksvoller Weise.
In der Hagada von Pessach wird der Begriff „Gilui Schechina - Sichtbarkeit der Herrlichkeit G´ttes“ im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten verwendet.
Beim Durchzug durch das Rote Meer heisst es dann:“ Dies ist mein G´tt“, wozu der Talmud erklärt, dass das Wort „dies“ darauf hinweist, dass man mit dem Finger auf den Ewigen zeigte und sogar die einfachste Dienstmagd bei der Teilung des Roten Meeres die Gegenwart des Ewigen stärker erfuhr als spätere grosse Propheten.
Das dritte Mal erschien der Ewige den Juden am Berge Sinai, als er ihnen zu Schawuot die Tora übergab.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen den ersten beiden Erscheinungen und der dritten. Bei den ersten beiden Malen zögerten die Juden.
Viele hatten Angst, Ägypten zu verlassen und haben sich selbst erst nach den Zehn Plagen entschlossen (manche wollten sogar dann nicht).
Auch beim Roten Meer war es nicht einfach, die Zögernden dazu zu bewegen, das (noch nicht gespaltene) Wasser zu betreten.
Am Berg Sinai war es genau umgekehrt. Hier war zu befürchten, dass die Juden in ihrer Begeisterung auf den Berg steigen würden und damit der Eindruck entstehen könnte, dass die Tora nicht von G-tt allein stammt.
Aus diesem Grunde befahl Er Mosche, den Berg abzugrenzen und auch wir nennen noch heute die drei Tage vor Schawuot „Schloschet Jemej Hagbala - drei Tage der Umzäunung“.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es einerseits sicher falsch ist, kalt und distanziert zum Ewigen zu stehen. Manchmal muss aber auch übertriebene Begeisterung im Zaum gehalten werden ....
Schabbat Schalom und Chag Sameach.
LH
Halevi |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Josef, ich bin gespannt auf weitere Gedanken zur Wochenlesung und hoffe, das das eine dauerhafte Einrichtung wird.
Hier mußte ich an das Akdamut Milin* denken, in dessen zweiten Teil es um die Diskussion zwischen Juden und Nichtjuden um den Versuch der Völker, Israel von seiner Religion abzubringen und es zur Assimilierung zu überreden, geht. Israels Antwort ist eindeutig: Unter keinen Bedingungen!
* Verfasser: Rabbi Meir ben Rabbi Jitzchak Nahora'i aus Worms/Mainz, lebte bis 1096, also vor 1000 Jahren so aktuell wie hier und heute.
Shabbat Shalom und Chag Sameach.
Aviel |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Um Klarzustellen:
Die Wochenlesungen werden von einem Rabbiner geschrieben die ich hier reinstelle.
Paraschat Behalotecha
Am Beginn der Sidra (= Parascha = Wochenabschnitt) ergeht folgender Auftrag an Aron: „Wenn du die Lichter (in der Menora) anzündest, so sollen sie alle sieben nach der Vorderseite des Leuchters hin leuchten. Aron tat also; nach der Vorderseite des Leuchters hin zündete er die Lampen an, wie der Ewige befohlen hatte...“
In diesem Satz steht eigentlich zweimal, dass Aron den Auftrag des Ewigen ausgeführt hat. Weil dies eher ungewöhnlich ist, bemerkt Raschi hiezu: dies lehrt uns, dass er den Auftrag genau ausgeführt und nichts verändert hat.
Diese Erklärung erzeugt allerdings mehr Probleme als sie löst, denn es ist undenkbar, dass Aron, wenn er einen Auftrag des Ewigen hat, etwas daran ändert und Raschi spricht meist keine Selbstverständlichkeiten.
Selbstverständlich hat Aron die Anweisungen des Ewigen genau beachtet, aber Aron hat viele Jahrzehnte lang täglich die Menora entzündet und wenn hier davon die Rede ist, dass er nichts geändert hat, dann handelt es von der Begeisterung, die er am ersten Tag spürte, als ihm diese ehrenvolle Aufgabe zugefallen war. Raschi will hiezu sagen, dass Aron an allen Tagen seines Lebens diese Aufgabe mit der gleichen Begeisterung erfüllt hat wie am ersten Tag. Und das ist schon etwas Besonderes und erwähnenswert.
Als Rabbiner bin ich immer wieder mit Menschen konfrontiert, die Schreckliches in der Shoah erlebt haben und dadurch ihren Glauben, oder zumindest das Bedürfnis, die Mizwot zu halten verloren haben. Wenn dies für einen Rabbiner auch schmerzlich ist, so habe ich diese Menschen niemals kritisiert, denn es heisst in Pirke Awot „Verurteile deinen Freund nicht, wenn du nicht in seiner Lage warst.....“
Wenn ich mir also nicht das Recht nehme, diese Menschen zu kritisieren, so nehme ich mir dennoch das Recht jene zu loben, die in der Nazizeit Schreckliches erlebt und trotzdem den Glauben nicht verloren haben.
In einem Nachruf auf einen Wiener Rabbiner, der in der Shoha seine Frau und viele Kinder verloren hat und nach dem Krieg dennoch nicht nur ein frommer Jude geblieben ist sondern als Rabbiner tätig war, habe ich vor einigen Jahren die lobenden Worte Raschis auf diesen Mann angewendet und gemeint, es ist lobenswert, dass er, obwohl er so viel Schreckliches zu erleiden hatte, sich und seinen Glauben nicht verändert hat – wie einst Aron.
Schabbat Schalom
LG
Halevi
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Hallo Josef, es wäre schön, wenn du uns wissen liessest, wie der Rabbiner heisst, dessen Werk du hier ins Netz stellst.
VIelen Dank und gut shabbes.
Tanir |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Paraschat Schlach
In unserer Parascha werden zwölf Kundschafter von Mosche ins Heilige Land geschickt, um die Beschaffenheit des Landes zu erkunden und Wege zu finden es zu erobern. Bekanntlich brachten sie einander widersprechende Berichte. Während zehn Kundschafter das Land zwar nicht als schlecht aber als „hartes Pflaster“ bezeichneten und die Chancen es einzunehmen als sehr gering einstuften lobten Joschua und Calev das Land und versicherten auch, dass es einnehmbar sei.
Wer hat gelogen?
Aus der weiteren Entwicklung wissen wir, dass die zehn Kundschafter die böses berichteten schwer bestraft wurden. Also waren sie die Lügner ?!
Wenn wir die Berichte genau anschauen und analysieren merken wir, dass eigentlich niemand gelogen hat. Unterschiedlich war die Beurteilung dessen, was sie gesehen haben. Dies gründete sich auf eine vorgefasste Meinung.
Die zehn „bösen“ Kundschafter waren – nach Meinung einiger Toraerklärer - der Meinung, dass es besser für die Juden wäre, wenn sei weiter in der Wüste unter dem direkten Schutz des Ewigen mit Manna und einem wandernden Brunnen versorgt blieben. Dort müssten keine landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten und hätten daher mehr Zeit sich mit der Tora zu beschäftigen. Und so war ihr Bericht über das Land negativ.
Joschua und Kalev gingen hingegen davon aus, dass ein Land, das uns der Ewige verheißen hat nur gut sein kann und auch sicher einnehmbar ist.
Niemand hat gelogen und aber niemand hat objektiv berichtet. Der einzige Unterschied war, dass die subjektive Meinung der Zehn dem Plan des Ewigen widersprach, während die ebenso subjektive Berichterstattung der beiden G´ttes Plan entsprach.
Schabbat Schalom
LG
Halevi |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Paraschat Korach
Ein Maggid (Wanderprediger) reiste von Stetl zu Stetl und hielt dort jeweils eine Drascha (einen Vortrag) zur Paraschat Haschawua (Wochenabschnitt). (Diese Woche bin ich selbst so ein Wanderprediger und werde eine Drascha in der Synagoge meines Schwiegersohnes in New York halten). Unser Wanderprediger aber war in Wirklichkeit ein Am Haarez (ein Unwissender) und kannte nur eine Drascha auswendig.
– Zwischenspiel: In unserer Paraschat Korach ist die Rede von einem Aufstand gegen Mosche, angezettelt von Korach, seinem Cousins. Das Ende der Geschichte ist, dass sich ein tiefer Graben in der Erde bildete und Korach zur Strafe von der Erde verschlungen wurde – Ende des Zwischenspiels.
Die einzige Drascha, die unser Maggid auswendig gelernt hatte war gerade über Paraschat Korach. Diese ist allerdings nur einmal im Jahr, und was machte er an den anderen Schabbatot?
Er nahm einen grossen Schäferhund mit auf die Reise. Bekanntlich dürfen sich Hunde nicht an heiligen Plätzen wie Synagogen aufhalten. Kurz vor seiner Rede liess er einen Vertrauten diesen Schäferhund in die Synagoge bringen, der dort wild bellend herumlief. Darauf der Maggid: „Was macht ein unreines Tier in eurer Synagoge? Möge es von der Erde verschlungen werden wie es einst Korach passierte.“
Und schon hatte er die passende Überleitung zu seiner Predigt über Korach.
Wir allerdings brauchen keinen Hund, um diese Woche über die Paraschat Korach zu sprechen....
Schabbat Schalom
LG
Halevi |
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| Re: Gedanken zum Wochenlesungen |
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Paraschat Chukat
Obwohl (weil) der Oberrabbiner in New York ist, hat er uns ein kurzes USA-TNN übermittelt.
In Paraschat Chukat finden wir, dass nach einem Aufstand des Volkes als „Strafe“ wilde Schlangen auf die Juden losgegangen sind.
G´tt sprach zu Mosche, er möge eine Schlange aus Kupfer an einem hohen Stab befestigen, sodass jeder, der von einer (lebenden) Schlange gebissen wurde auf die Schlange am Stab hinaufblicken konnte und so geheilt wurde.
Es ist interessant, dass auch in der griechisch- römisch europäischen Kultur das Zeichen für Medizin oder Heilung eine Schlange ist, die sich um einen Stab windet. Wahrscheinlich haben sie das von uns „abgekupfert“.
Die Mischna (Talmud) wundert sich über die „homöopatische“ Wirkung der Kupferschlange und spricht – wie immer – ein kluges Wort. Zitat aus dem Kopf: „Íst es denn in der Macht einer Schlange Menschen zu töten oder zu beleben? Vielmehr ist es so, dass die Juden, wenn sie ihren Blick nach oben richten und ihr Herz dem Ewigen unterwerfen, geheilt werden.“
Schabbat Schalom
LG
Halevi |
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Wichtig
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