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neuer Beitrag 01.06.2008 17:31
  Wolfgang
37 Beiträge
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Re: Vision von ISRAEL 

> Sorry aber das halte ich für absolut ausgeschlossen

Tanir glaube mir: Nicht einen Monat!

 
neuer Beitrag 02.06.2008 00:01
  FrankB.
147 Beiträge
10.


Re: Vision von ISRAEL 

Hallo Georg,

Deine Ausführungen verstehe ich und erwidere jetzt nicht viel darauf. K.H. Deschner kann man nicht mal die hälfte abkaufen, was er schreibt, der Mensch sollte selbst seine Prüfung vornehmen.

Soweit hast du recht, der Antisemetismus reicht sehr weit zurück und wenn du willst, reicht er zurück bis Kein und Abel im Geiste. Die Wurzeln sitzen eben sehr tief, vieles ist nicht mehr so nachvollziehbar, höchstens im Geiste.

Mir geht es mehr um die Zeit, die aktuell war und noch ist und die Folgezeit des zweiten Weltkrieges. Hier kommen aber Überschnitte bis ins 19. Jahrhundert und in die Zeit des ersten Weltkrieges.

Also ich meine die Verbindungen im geheimen, vorderrangig das Weltgeschehen beeinflusst haben.

Man hackt immer auf einen Menschen herum, und in den wenigsten Fällen vermag ein Mensch alleine keine Geschichte zu schreiben. Welche aber die Geschichte schreiben, bleiben unerkannt und unerwähnt. Sie aber haben die wahre Macht.

Und schaust du auf Nationalismus, so findest du in jeden Menschen und in jeden Land auch den damit verbundenen Nazismus. Dieser Geist macht nicht halt vor Menschen und Nationen und Zeit, wie du es ja selbst aufgeführt hast in deiner kirchlichen Beschauung.

Es brächte sehr wenig hier  Dinge zu bringen, die noch das Feuer anheizen. Es ist sowieso schon zuviel gesagt. Wer aber will, der kann suchen, forschen und prüfen. Die Wahrheit aber liegt nich so herum und entböst sich nicht zur Schau. Verstehst du, hier Ausführungen zu geben ginge zu weit. Kann dir nur so viel sagen, das z.B. der Jesuitenorden, oder der Templer, oder der Freimaurer ja auch nicht erst im zwanzigsten Jahrhundert entstanden sind. Und viele Lehren und Anschauungen gehen noch vor Plato.

Du weist aber, dass eben in der heutigen Zeit Antisemetismus besonders geprägt ist und ein Gespenst der Nachkriegszeit geworden ist, besonders für die Deutschen, und es wag ja fast kein Politiker überhaupt seinen Mund aufzutun damit keine Kritik aus seinem Munde käme, oder so aufgefasst würde, das währe ja ein Kriegsverbrechen.  Also ich will nichts beschönigen, aber Israel ist nur ein kleines Land, das Verhalten in anderen Ländern kennt das Wort Antisemetismus so gut wie nicht... Als Russland Tschetschenien den Erdboden gleichgemacht hat, wens hats gekümmert. Als der Kosovo besetzt wurde, wen hast gekümmert? Als die USA im Irak einmaschiert ist, wen hast gekümmert? Also ich könnte fortführen, alles verläuft im Sand, in weniger als 10 Jahren kümmerts keinen Menschen mehr, nur eines nicht, bestimmte Dinge, die man äußert über Juden und käme nur ein Wort in falscher Zunge, kommt das Gespenst, des Antisemetismus auf.

Alles Gute

Frank 

 

 

 
neuer Beitrag 02.06.2008 00:22
  FrankB.
147 Beiträge
10.


Re: Vision von ISRAEL 

Hallo Ja,

du verstehst so viel von der Politik, wie der Mensch, der jeden Tag in die Bildzeitung schaut.

Wer war Hitler? Kennst du die wahren Hintergründe des ersten und zweiten Weltkrieges?

Vergisst du die vorangegangenen Kriege?

Kein Krieg ist so gut, das seine Taten beschönigt werden können, egal wer ihn macht und Kriege machen nicht einzelne Menschen, Kriege werden gemacht von Menschengruppen in Machtpositionen. Wer hat nach dem Leid der Menschen gefragt, als die erste Atombombe gefallen ist?

Wie weit trennst du denn Zivil von Militär im Kriegszustand? Leid bleibt Leid, da gibt es keinen Unterschied in der Betrachtung. Ob es einen Zivilisten trifft der keine Krieg will, oder einen Soldaten, der dienen tut und auch keinen Krieg will. Die Menschen sind doch so, dass sie alle in Wahrheit Angst haben um ihr bisschen Leben, und weil alle wegschauen und willig die Augen schließen, darum kann auch zwangsbeteiligt werden. Also auch hier besteht Beteiligung.

Für mich brauchst du dich nicht zu schämen, denn was habe ich verbrochen?

Alles Gute

Frank

 
neuer Beitrag 02.06.2008 05:18
  georggati
514 Beiträge
6.


Re: Vision von ISRAEL 
Lieber Franky Boy!

Du hast wieder etwas falsch ausgelegt!

Du hast geschrieben: "der Antisemitismus ist ein Gespenst, das Zionisten hervorgebracht haben."

Es ist unfassbar!!!

Du schreibst u.a. „Als die USA im Irak einmaschiert ist, wen hast gekümmert?“
Wie kann man die Entmachtung eines Diktators, eines Massenmörders,
der die ganze Region gefährdet hat, mit dem Holocaust vergleichen?

 
neuer Beitrag 02.06.2008 10:26
  ROSARY
32 Beiträge
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Re: Vision von ISRAEL 

Liebe Tanir,

 

vielen Dank für Deine Beiträge. Ich komme erst heute dazu, hier zu antworten,sorry.

Auf http://dreamingofmoshiach.blogspot.com/

fand ich einige sehr gute Visionen, Prophetische Worte und Bilder, die sich sehr gut mit meinen decken, bzw. diese ergänzen.

Auch die Zahlenrechnungen mit der "9" = Wahrheit sind sehr interessant.

Meine "Stammzahl" ist die "5". bzw 5³ x 5=625.

Die psychologische Auslegung mit den Trieben ist auch sehr aufschlussreich- jedoch nicht peinlich. Danke auch dafür.

---

 

 
neuer Beitrag 02.06.2008 10:33
  ROSARY
32 Beiträge
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Re: Vision von ISRAEL 

Hi, Georg,

ich hatte noch etwas Anfangsschwierigkeiten mit dem neuen Forum, deshalb habe ich einige Antworten verpasst.

Danke für Deine Freudianische Erklärung und die der Kirchenväter, sowie Weinreb.

Wenn es ein tranpersönlicher Eindruck war, dann kann durchaus auch die politische Situation dadurch beleuchtet werden.

Dazu ein Buchtip:

Prof. Dr.Dr.Dr. Thomas Schirrmacher, Bonn, 2008:

Hitlers Kriegsreligion.VKW

Hier wird ziemlich klar gezeigt, dass der Antisemitismus Hitlers

in seinem Gottesbild und seiner Weltanschauung begründet ist.

Liebe Grüße,

Uwe

P.S. arbeitest Du wieder soo unwahrscheinlich viel, dass Du um 5°°h morgens am PC sitzt (oder noch?)

 
neuer Beitrag 02.06.2008 10:48
  FrankB.
147 Beiträge
10.


Re: Vision von ISRAEL 

Hallo Ja,

So wie es aussieht, bist du es, der nicht verstanden und gelesen hat, was ich geschrieben, denn erstens ist kein Wort vom Holocaust von mir gefallen und dann haben ich auch keinerlei Zusammenhänge zu diesen gebracht.

Zur Erinnerung schreibe ich es noch mal, was ich gesagt hab zu Tanier:

"Das Leid der Juden wird zu stark hervorgehoben gegenüber den restlichen Menschen, die im zweiten Weltkrieg auch Opfer wurden."

Wenn das für dich oberdumm und unverschämt ist, dann ist das deine Sache. Für mich aber zählt das Leid jedes Menschen, ob Jude, Moslem, Christ, ob schwarz oder weis, oder gelb. Alle haben ihre Würde. Wenn aber für dich diese Würde des Menschen nicht zählt, und du eine einseitige Betrachtung führst, dann ist das deine Betrachtung, nicht meine.

Im zweiten Weltkrieg sind viele Menschen gefallen, oder grausam umgebracht worden, auch sehr viele Polen, Russen, Moslems, Italiener, Franzhosen, Spanier,  über diese Opfer spricht heute keiner im Zusammenhang von Antisemetismus. Dann habe ich keine Stellung bezogen, zu dem vielen Deutschen, die im Krieg selbst gefallen sind, sondern dem Zusammenhang nach dem Krieg, als er aus war und man Vergeltung übte, das auch die Unmenschlichkeit und das Tier im Menschen zeigte, das in Jeden Menschen und in jeder Nation lebt. Genau so der Nazismus in jeglichen Land lebt. Diesen kann man nicht begrenzen auf dem zweiten Weltkrieg, oder auf Deutschland. Darin aber bist du blind, sonst würdest du andere Worte finden.

Frieden aber kann es nur geben, wenn man vergeben kann, wenn man den Hass aus dem Herzen verbannt.

Alles Gute

Frank

 
neuer Beitrag 02.06.2008 15:20
  FrankB.
147 Beiträge
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Re: Vision von ISRAEL 

Hallo Georg,

hier eine andere Meinung:

 
 
 
"Der Begriff 'Antisemitismus' wurde 1879 von Wilhelm Marr geprägt. In diesem Jahr erschien seine Hetzschrift 'Der Sieg des Judentums über das Germanentum'. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff 'Semitenfeindschaft', diese Feindschaft richtet sich aber ausschließlich gegen Juden." [1] Diese Interpretation entspricht auch der des Duden, der Antisemitismus als "Abneigung oder Feindschaft gegenüber Juden" definiert.
 
Bedeutende Teile der heutigen Linken, allen voran ihr "antideutscher Flügel", aber auch Karuscheits Kritiker, haben eine andere Definition des Antisemitismus-Begriffes. Diese Definition ist deutlich weiter gefasst als die bisher allgemein gültige und, wie ihre Verfechter unterstellen, ist sie auch aktueller: "Der aktuelle Antisemitismus beruft sich in weiten Teilen auf das Schriftgut der 'Völkischen Bewegung' und des Nationalsozialismus. Dabei sind antisemitische Ressentiments nicht nur aus rechten Kreisen zu vernehmen. Der linke Antisemitismus benutzt dafür gerne die Vokabel 'Antizionismus'. Unterzieht man die Vorhaltungen einer näheren Untersuchung, so wird offenbar, dass sich die Kritik gegen alle Juden richtet und vor allem gegen das Existenzrecht der Juden in Israel." [2]
 
Es gibt also einen "rechten" Antisemitismus, der sich auf das Schriftgut der "Völkischen Bewegung" stützt und damit der klassischen Definition des Antisemitismus als "Feindschaft gegenüber Juden" entspricht. Damit aber nicht genug, gibt es auch einen "linken" Antisemitismus. Dieser zeichnet sich dadurch aus, "vor allem gegen das Existenzrecht der Juden in Israel" aufzutreten. Der linke Antisemitismus "benutzt dafür gerne die Vokabel Antizionismus".
Durch diese vorgenommene Erweiterung des Begriffs Antisemitismus werden alle Kritiker der israelischen Siedlungspolitik in Palästina zu Antisemiten. Dem politischen Kritiker des Staates Israel und der Siedlungspolitik dieses Staates wird damit die weltanschauliche Position eines rückständigen Kleinbürgers aus dem ausgehenden 19. und dem beginnenden 20. Jahrhunderts unterstellt, und wohlgemerkt auch ohne dass der Kritiker sie jemals geäußert hätte. Es reicht völlig, dass er die auf dem Zionismus beruhende israelische Siedlungspolitik kritisiert, um als Geistesverwandter des Nationalsozialismus erkannt und geoutet zu werden.
Diese Sprachregelung ist ein außenpolitisches Instrument des Staates Israel, der damit jegliche Kritik an seiner Existenz wie auch seiner Politik zurückweist. Sie wurde in der Möllemann-Debatte umstandslos von Herrn Spiegel, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland übernommen und wird von bestimmten Teilen der Linken ebenso ungefragt akzeptiert. Der Sinn dieser Sprachregelung besteht in der Denunziation und moralischen Abqualifizierung jeglicher grundsätzlichen Kritik an dem Staat Israel und seiner Siedlungspolitik. Die Kritik an Israel darf nicht die Existenz des Staates und seiner Siedlungspolitik berühren, dann überschreitet sie die Grenze zum Antisemitismus. Das ist die neue Definition eines alten Begriffes und es ist der aktuelle Sprachgebrauch des Begriffs Antisemitismus in der politischen Debatte der letzten Jahre.
 
Inzwischen hat es eine weitere Ausweitung des Antisemitismus-Begriffes gegeben. Der Übergang der US-Administration zur Kriegspolitik und zur Destabilisierung ihrer arabischen Bündnispartner hat die Politik der USA gegenüber Israel verändert. Suchten die früheren US-Administrationen einen Ausgleich zwischen ihren arabischen Verbündeten und Amerikas wichtigster Stütze im Nahen Osten, Israel, so unterstützt die Bush-Regierung zur inneren Destabilisierung ihrer verbündeten Regimes in der arabischen Welt nur noch die israelische Politik.  Im Kampf gegen den "Terror" stehen Bush und Scharon nicht nur Schulter an Schulter gegen die arabische Welt und die europäischen Kritiker der amerikanischen und israelischen Kriegspolitik. Nun wird auch jeglicher Versuch der Legitimierung des palästinensischen Widerstandes gegen die zionistische Besatzung mit dem Begriff des "Antisemitismus" gebrandmarkt.
Bleibt es bei diesem Tempo der politischen Begriffserweiterung, ist es für jeden leicht erkennbar, dass der "Antisemitismus" ein "Massenphänom" nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wird. Allein, diese Begriffserweiterung im Schatten der amerikanischen und israelischen Kriegspolitik ist nichts anderes als der auf Dauer hilflose Versuch, die Kritiker dieser Kriegs- und Besatzungspolitik moralisch zu diskreditieren und politisch mundtot zu machen.
Der "Antisemitismus" ist ein "ideologisches Relikt", das in der "gesellschaftlichen Realität des heutigen Deutschland keine Wurzeln" mehr hat, ein Gespenst von gestern, das heute von jenen politischen Kräften beschworen wird, die eine öffentliche Kritik an der amerikanischen und israelischen Kriegspolitik in der BRD unterbinden wollen. Und dies sind nicht wenige in Deutschland. Angeführt von der Springer-Presse, von Welt und Bild, bis hin zu bahamas und konkret, reicht die Front dieser Gespensterbeschwörer, mit durchgängig unlauteren, weil kriegstreiberischen Absichten [3]. Max Brym fühlt sich nicht wohl in dieser Gesellschaft; das machen seine Artikel deutlich. Allein, er bedient sich ihrer Argumentation und wird sich der politischen Logik nicht entziehen können. Sie führt schnurstracks an die Seite der staatstragenden Kräfte und der "transatlantischen Allianz".
 
Der Antizionismus
Max Brym dürfte der Kunstgriff mit der erweiterten Nutzung des Antisemitismus-Begriffes "im Magen" gelegen haben. Dies erklärt, warum er wenige Tage nach seinem ersten Artikel einen zweiten nachlegte. Der bezeichnende Titel: "Wider die kenntnislose antizionistische Agitation". Die Überschrift beruhigt. Die Kritik des Zionismus bleibt erlaubt, sie muss nur kenntnisreich sein. Dem ist nicht zu widersprechen.
Der Artikel hält leider nicht das Versprechen der Überschrift. In seinem "Resümee" kommt Brym zu dem Ergebnis: "Die Diskussion über den Zionismus hat in Seminaren stattzufinden und wissenschaftlich auch die Probleme der Bewegung in ihrem historischen Rahmen zu analysieren. Keinesfalls darf eine hirn- und kenntnislose antizionistische Agitation auf der Straße hingenommen werden. Denn häufig ist dies aufgrund des Kenntnisstandes der selbsterklärten deutschen 'Antizionisten' nichts anderes als Antisemitismus."
Die Diskussion "auf der Straße" darf "keinesfalls (...) hingenommen werden". Sie sei "aufgrund des Kenntnisstandes der selbsterklärten deutschen 'Antizionisten' nichts anderes als Antisemitismus". So hat Max Brym in seinem Artikel einige Erläuterungen zur Geschichte des Zionismus dem Leser zur Kenntnis gebracht, um zum Schluss seiner Ausführungen zu seinem eigentlichen Anliegen zu kommen: der Unterbindung der öffentlichen Kritik an dem staatgewordenen Zionismus, an Israel und seiner Siedlungspolitik. Wer sich nicht daran hält, ist - wir haben es geahnt - ein Antisemit.
Max Brym versucht in seinem Aufsatz, dem Leser die Differenziertheit der ideologischen und politischen Strömungen des Zionismus näher zu bringen. Dass er in seiner Darstellung die linken, die sozialistischen, die liberalen - und wie ich sie nennen würde - philantropisch-mystischen Strömungen stärker in den Vordergrund rückt als die politische Rechte um V. Jabotinsky - dieser Strömung widmet er ganze drei Zeilen -, mag seinem Anliegen und seinen Vorlieben geschuldet sein. Unseriös werden diese "kenntnisreichen" Ausführungen in dem Moment, wo Brym dem "kenntnislosen" Antizionisten vorenthält, dass eben die Strömung um Jabotinsky bereits 1935 die Mehrheit im internationalen Zionismus verkörperte. [4] Was war an dieser politischen Strömung [5] im Zionismus so wichtig, und was machte sie innerhalb kürzester Zeit mehrheitsfähig?
Um dies zu verstehen, müssen wir zurück zu den Anfängen der zionistischen Bewegung. Herzl, einer der Begründer der zionistischen Bewegung, bezeichnete Palästina als "ein Land ohne Volk", was sich deshalb für die zionistische Besiedlung eigenen würde, da ja die Juden "ein Volk ohne Land" seien. Dass dies falsch war, ist auch Brym klar. Nur weigert er sich wie alle jene Strömungen des Zionismus, die er in seinem Aufsatz mit einer gewissen Sympathie vorstellt, daraus die politischen Konsequenzen zu ziehen. Die Gruppierung um Jabotinsky machte diesen Schritt und gewann damit ihre Massenbasis in der zionistischen Bewegung. Hören wir Jabotinsky selbst:
"Dass die palästinensischen Araber ihre Zustimmung zur Verwirklichung des Zionismus äußern sollen, davon - solange wir dort in der Minderheit sind - kann nicht einmal die Rede sein. Ich spreche diese Überzeugung in so greller Form aus, nicht weil es mir angenehm ist, braven Menschen eine Enttäuschung zu bereiten, sondern einfach deshalb, weil sie das nicht enttäuschen wird: alle diese braven Menschen, mit Ausnahme Blindgeborener, haben längst begriffen, dass es absolut unmöglich ist, eine gütliche Zustimmung zur Umbildung Palästinas aus einem arabischen Land in ein Land mit jüdischer Mehrheit von den palästinensischen Arabern zu erlangen. Jeder Leser hat einen gewissen Begriff von der Geschichte der Kolonisation in anderen Ländern. Ich stelle den Antrag, dass er sich an alle bekannten Beispiele erinnere, er soll nach Durchsicht ihrer Liste versuchen, einen Fall ausfindig zu machen, wo eine Kolonisation mit Zustimmung der Eingeborenen vor sich ginge. (...) Es gab keinen solchen Fall." [6]
Was Jabotinsky hier anführt, sind die Ergebnisse der europäischen Kolonisationspolitik. Überall dort, wo Europäer Siedlungskolonien in Amerika oder Afrika gründeten, führte dies zur Vertreibung oder Ausrottung der einheimischen Bevölkerung. Dies war relativ unabhängig von den guten oder schlechten Absichten der Kolonisatoren oder der jeweiligen Urbewohner. Der Ursprung der Konflikte liegt in der Tatsache, dass Grund und Boden, ebenso wie die gerade in Palästina so wichtigen Wasserrechte, "natürliche Monopole" darstellen, also nicht beliebig vermehrbar sind. Wer siedeln will, braucht das Land und das Wasser. Friedlich ist dies nur in den Anfangsphasen eines Kolonisationsprozesses zu erlangen, solange die ansässige Bevölkerung auf Grund eines Überflusses an Land und Wasser die Okkupation oder den Verkauf hinnimmt. Mit dem Anwachsen der Besiedlung, mit der damit notwendigen Verknappung der natürlichen Ressourcen, hatte das friedliche Nebeneinander zwischen Kolonisatoren und europäischen Siedlern überall ein Ende.
Die Besiedlung Palästinas durch europäische und amerikanische Juden war nichts anderes als der Versuch, eine Siedlungskolonie auf arabischem Boden im 20. Jahrhundert zu entwickeln, zu einem Zeitpunkt also, wo - durch Weltkrieg und Oktoberrevolution bedingt - überall in Arabien und Asien die nationalen Bewegungen gegen die europäische Vorherrschaft entstanden. Jabotinsky begriff dieses Problem. Er wollte Herzls Fehleinschätzung vom "Land ohne Volk" korrigieren, indem er die arabische Bevölkerung Palästinas zu einem "Volk ohne Land" machte und ihr den Rest der arabischen Welt als Heimstaat empfahl.
Dass dies die spätere Realität im zionistischen Siedlerstaat Israel wurde [7], liegt in der Logik der Dinge. All jene realitätsfernen sozialistischen, philanthropischen und liberalen Strömungen des Zionismus, die einer friedvollen Zusammenarbeit mit der arabischen Bevölkerung das Wort redeten, hatten dauerhaft nie die Möglichkeit, massenwirksam zu werden. Dies lag weder an der Verschlagenheit der arabischen Bevölkerung oder ihrer Führer, wie es in einigen beschönigenden prozionistischen Werken zu lesen ist, noch an der Bösartigkeit der jüdischen Siedler. Es lag in der Logik der Siedlungskolonie, die nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie die einheimische Bevölkerung unterwirft, vertreibt oder tötet. Eine andere Entwicklung hat die Geschichte bisher nicht hervorgebracht, und Israel ist keine Ausnahme.
So endet auch Max Bryms "Kurzer Lehrgang" über die Geschichte des Zionismus weit über ein Jahrzehnt vor der Entstehung des Staates Israel. Der staatgewordene Zionismus, Israel und seine Siedlungspolitik, kurz jener Zionismus, der "auf der Straße" das Thema ist, wird von ihm wohlweislich nicht behandelt. Die heutige Gestalt des Zionismus, die israelische Politik, ist aber Anlass und Grundlage der Kritik am Zionismus. Welcher vernunftbegabte Mensch kritisiert die heutige katholische Kirche anhand der ersten frühchristlichen Gemeinden oder die Spielweise des FC Bayern anhand seiner Jugendmannschaften?
Theodor Herzl formulierte in seinem Werk "Der Judenstaat", einer Schrift in der Max Brym "nicht eine einzige rassistische Passage finde(t)", folgendes Angebot an die europäischen Großmächte, speziell an Großbritannien: "Für Europa würden wir dort (gemeint sind die Juden in Palästina, A. S.) ein Stück des Walles gegen Asien bilden; wir würden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen." [8] Den dort angebotenen "Vorpostendienst" hat Israel in der Tat übernommen, nur die Großmächte haben gewechselt. Heute leistet Israel den "Vorpostendienst" - nicht für die "Kultur gegen die Barbarei" - sondern für die amerikanische Vorherrschaft in der arabischen Welt. Dort wo sich die Ideen und politischen Programme Jabotinsky und Herzls treffen, dort liegt auch der politische Kern des Zionismus, dort findet sich auch das Wesen des Staates Israel: Europäische Siedlungskolonie und ausländischer "Vorposten" in der arabischen Welt zu sein.
Bryms Geschichte des Zionismus ist in der Tat nur für Universitätsseminare geeignet, weil sie vollständig unpolitisch ist, den Zionismus allein in seiner Periode als ideologische Strömung und bei der Formierung in politische Parteien behandelt. Dort wo er geschichtswirksam wird und die Formierung des israelischen Staates beginnt, dort schweigt er, vermutlich aus Kenntnis. Dieser unpolitischen Geschichte des Zionismus gewinnt er aber eine politische Schlussfolgerung ab. Wer "auf der Straße", also öffentlich, die Siedlungs- und Vertreibungspolitik Israels kritisiert, ist "Antisemit". Damit aber sind wir zu unserem Ausgangspunkt zurückgekehrt. Die "kenntnisreiche" Einführung in die Geschichte des Zionismus diente keineswegs der theoretischen oder politischen Belehrung der "Hirn- und Kenntnislosen" (wie Brym die "Hirnlosen" belehrt, verrät er uns sicher in einer späteren Arbeit), sondern, wie bereits im ersten Artikel, der moralischen und politischen Denunziation der Kritiker der israelischen Siedlungspolitik als "Antisemiten".
Wäre es nicht an der Zeit, das Gespenst des Antisemitismus zu begraben und sich der Realität der amerikanischen, der israelischen und auch der deutschen Politik zuzuwenden? Diese heutige Politik und die sie betreibenden Kräfte sind finster genug.
 
 
neuer Beitrag 02.06.2008 21:18
  Aviel
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Re: Vision von ISRAEL 

[QUOTE]FrankB. schrieb

"Das Leid der Juden wird zu stark hervorgehoben gegenüber den restlichen Menschen, die im zweiten Weltkrieg auch Opfer wurden."

Was du schreibs ist dumm und unverschämt. Du hast keine Ahnung! Juden wurden nicht Opfer, weil sie zufällig an der falschen Stelle waren oder auf dem falschen Flüchtlingsschiff! Juden wurden geschlachtet, ausgerotten, geschliffen, beseitigt und das systematisch. Ermordet drückt es noch nicht einmal aus. Ich schweige hier vom persönlichen, familiären Leid und ich brauche kein Mitleid.  

Und dann frag ich dich, wer denn das Leid hervorhebt? Wir nicht! Warum beschwören deutsche Politiker geradezu das "besondere Verhältnis" zu Israel. Sie wissen von der Gefahr. Warst du mal dabei am Jom ha Shoa? Und über das Judentum kannst du lesen und lernen was du willst, du wirst es nicht erfassen. Hier wollt ich uf m...! schreiben, aber ich lasse es.

Aviel

 

 
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